Nach dem ersten Halbjahr mit bedarfsdeckendem Unterricht und knapp zehn Tagen Zeit fürs Verdauen:
Was ich so gelernt habe.
1 Unterricht ist nur begrenzt planbar
2 Der Medienwagen ist lange vorher zu reservieren
3 Schüler sind auch nur Menschen
4 Aufsicht führen ist anstrengend
5 Anfängliche Skepsis von Schülern gegenüber Methoden weicht schnell Begeisterung
6 Viele offene Türen warten darauf, eingerannt zu werden
7 Wenn es heißt “Das Landesinstitut hat für Sie ein Kompaktseminar organisiert”, sind die Veranstaltungen in der Regel Zeitverschwendung
8 Schüler haben einen ausgefeilten Gerechtigkeitssinn
9 Korrigieren ist nicht so meine Stärke
10 Bei einer Reihe von Referaten wird die Qualität aller Referate durch das erste Referat beeinflusst
11 Ich sollte mir öfter auf die Zunge beißen, anstatt zu antworten
12 Weniger Stoff, diesen dafür intensiver behandeln
13 Freistunden lassen sich prima mit einer Partie Schach füllen
14 Freistunden: 3 am Stück sind nicht schön
15 Unterrichtsbesuche sind machbar
16 Darstellendes Spiel ist ein gesuchtes Fach
17 Die gemischten Seminargruppen mit anderen Schulformen sind sehr ertragreich
18 Schulgebäude sind … ach, lassen wir das
19 Es ist ne Menge Arbeit
20 Es macht aber schon viel Spaß. Fast alles.
Heute waren 40 Erstsemester am Landesinstitut zu Besuch. Am Anfang des Studiums findet eine Veranstaltung zur Berufsorientierung statt, bei der verschiedene Schulen und Institutionen besucht werden. Das LI gehört auch dazu.
Es gab viele viele Fragen. Die habe ich als Erstsemester auch gehabt. Es drehte sich vor allem um den Ablauf des Referendariats und die Einstellungschancen.
Seltsamerweise wurden viele Erstsemester mit einer speziellen BWL als Unterrichtsfach zugelassen. Statt einem klassischen Unterrichtsfach wie zB Deutsch haben sie zB Steuerlehre. Seltsam, da dies bei den Schulen eher ungefragt ist.
Den Ablauf des Referendariats in Hamburg haben wir in einer Präsentation vorgestellt. Die Präsentation findet Ihr hier:
Ablauf Referendariat in Hamburg
Am Dienstag kommt eine Gruppe Handelslehramt-Studierende an das Landesinstitut, um sich über das Referendariat zu informieren. Dabei soll auch ein Referendar für Fragen und Antworten zur Verfügung stehen. Ihr könnt Euch denken, wer das ist.
Mal sehen, welche Fragen die Studis haben. Ich werde berichten.
Hoffentlich nehme ich Ihnen nicht alle Wunschträume.
Das Artikulationsschema nach Grell/Grell stand im Mittelpunkt des Seminars. Auf den ersten Blick nur ein Artikulationsschema nach dem Klassiker Einstieg – Erarbeitung – Sicherung – Ende, jedoch ist es mehr: Die Information wird mit einer Erfahrung verknüpft, so dass die Information besser verarbeitet werden kann. Zusätzlich ein Plädoyer für den informativen Unterrichtseinstieg. Keine gekünstelte Motivation, keine Effekthascherei – sehr sympathisch.
Auf den ersten Blick vermisse ich die Schüler- und Handlungsorientierung, aber als Nummer-Sicher-Unterrichtsplanung ist es sicher hilfreich.
Sonst gab es nicht viel, außer Motivations- und Selbstreflektion. Und Fragen Fragen Fragen. “Habe ich richtig verstanden, dass.. ?” Ja, hast Du.
Weiter ging es im Fachseminar.
Weiter ging es mit einem ängstlichem Blick auf die Liste im Flur: In welchem Hauptseminar bin ich gelandet und gibt es dort bekannte Gesichter? Mein Name stand natürlich auf der letzten Liste, aber zusammen mit einigen anderen Hamburgern.
Der Raum füllt sich langsam, irgendwann sind alle Stühle besetzt. Tür zu, los gehts.
Hier werden wir freundlich von unserem Hauptseminarleiter begrüßt.
Es gibt nun jede Menge Informationen und Material. Am wichtigsten: Eine Jahresübersicht mit fast allen Seminarterminen (gelb heißt unterrichtsfreie Zeit und es ist ziemlich viel gelb…), die Schulzuweisung und die Ernennungsurkunde für das Beamtenverhältnis. Dazu jeweils später mehr.
Wir sind 22 Teilnehmer, ausgeglichenes Männer-Frauen-Verhältnis. Bei der Begrüßungsveranstaltung gabs noch ein deutliches Plus für die Frauen, das liegt wohl an den Grundschulkolleginnen, dort dominieren die Frauen eindeutig. Gut 5-7 Hamburger sind dabei, der Rest scheint wohl aus Quiddjes zu bestehen. Da wir aber noch keine Kennenlernrunde gemacht haben, kommt hier später mehr. Bisher ist mein Eindruck positiv.
Das gilt auch für meinen Hauptseminarleiter, das ist ja unser neuer Chef. Mein erster Eindruck nach gut zwei Stunden: freundlich und kompetent.
Weiter ging es dann wieder in der Aula mit der Einführung in das Beamtenverhältnis.