Zwischenstandsgespräch im Hauptseminar

Mittwoch, 30.09.2009 | Kategorie: Hauptseminar, Prüfung | Tags:

Nun sind schon elf der achtzehn Monate Referendariat rum und es war heute Zeit für das Zwischenstandsgespräch. Der Hauptseminarleiter gibt eine Rückmeldung zum Lernstand der Refs und zeigt Potenziale auf.

Inhaltlich: Alles ok. Chef ist zufrieden.

Interessant finde ich den Ansatz: Wir sollen eine Selbsteinschätzung anhand eines Kompetenzrasters abgeben. Nun entfernt sich der Hauptseminarleiter aus seiner Position als Bewerter und mimt einen Coach:

“Was würde ich von einem Lehrercoach erwarten, wenn mich das Gespräch 150 € kosten würde?”


Planung der Lehrprobentermine

Montag, 07.09.2009 | Kategorie: Hauptseminar, Prüfung | Tags: , , ,

Die Lehrproben sind ein Teil der Prüfung zum zweiten Staatsexamen und sind in jedem Fach einmal zu absolvieren. Eine Lehrprobe ist eine typische Vorführstunde.

Wir sind nun von unserem Hauptseminarleiter aufgefordert worden, uns um die Organisation der Lehrprobentermine zu kümmern. Die Ausbildung endet Ende April 2010, die Prüfungsphase beginnt zum Halbjahreswechsel am 01.02.2010, in dieser Prüfungsphase sollen die Lehrproben liegen. Dafür ist eine Menge zu beachten:

  • Wann ist welche Klasse da?
  • Möchte ich mit dieser Klasse eine Lehrprobe machen (das geht nicht bei allen, wir sagen dazu “die Klasse muss lehrprobentauglich sein”, mehr dazu in einem anderen Beitrag)
  • Kann ich mit dieser Klasse ein angemessenes Thema machen?
  • Stehen für die Lehrprobenklasse in dem Zeitraum Termine an (Zwischenprüfung, Klassenreisen, Präsentationen etc.)
  • Liegen die Lehrproben mit ausreichend Abstand zueinander, so dass man sich gut vorbereiten kann?
  • Mit welchen Fach möchte man starten?
  • Zieht man eine Lehrprobe vor die Winterferien (möglich in begründeten Ausnahmefällen)?
  • Welche Planung haben die anderen Referendare an der Schule, damit wir uns auf einen Tag einigen können?
  • Ist der Mentor da? (und nicht auf Klassenreise, Fortbildung etc.)
  • Kann die Schulleitung? (und ist nicht zu Seminaren, Fortbildung, Konferenzen etc.)
  • Hat die Fachseminarleitung des Unterrichtsfachs Zeit? (In der Praxis müssen sie immer können)
  • Was will ich überhaupt?

Mich schockt gar nicht die Menge an zu koordinierenden Vorgaben, sondern dass ich so auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werde.  Zwar dauert das Referendariat noch gute acht Monate, allerdings wird mir gerade bewusst, dass diese acht Monate voller zusätzlicher Arbeit stecken. Nach dem schönen Start in das neue Schuljahr mit tollen Klassen und Kursen werde ich wieder auf den harten Boden der Realität heruntergeholt.


Erste Hospitation

Dienstag, 21.04.2009 | Kategorie: Hauptseminar, Unterrichtspraktische Übung, Wirtschaftslehre | Tags:

Wir Hamburger Referendare bekommen sechs mal Besuch. Je zwei unterrichtspraktische Übungen (upü) in den Fachseminaren und zwei Hospitationen durch die Hauptseminarleitung. Bei den upüs sind die Seminargruppen mit dabei, die Hospitationen macht die Hauptseminarleitung allein. Die Schulleitung ist immer eingeladen.

Donnerstag war dann die erste Hospitation bei mir. Vorher waren unzählige Dinge zu entscheiden und zu planen, dazu sollte ich später mal mehr schreiben.  Die Klasse war ein BWL-Kurs kurz vorm Abi, ein sehr netter und leistungsstarker Kurs. Ich mag alle Schüler sehr sehr gern.

Das Semesterthema ist Marketing, wir haben kleine Modellunternehmen, an denen wir eine Marketingstrategie aus Marktforschungsdaten entwickeln, dann absatzpolitische Instrumente finden und abschließend Marketingcontrolling betreiben. Die Schüler mögen das Thema, ich auch. Die Modellunternehmen haben alle innovative Produkte, zB Schuhe, die die Farbe wechseln oder ein Golf Training System. Alle Produkte werden über das Internet vertrieben, also brauchen wir ein Konzept für die Homepages. Das war das Stundenthema: Wir haben uns Internetseiten angeschaut, die ähnlich sind (also Vertrieb eines Produktes oder einer Produktlinie) und daraus eine Copy-Strategie abgeleitet. Die Copy-Strategie wird von Unternehmen entwickelt und für Briefings von Werbeagenturen genutzt, also konnten wir das Rahmenkonzept der Modellunternehmen beibehalten.

Die Planung der Sequenz sah so aus:

u-planung

Konkret in der Hospitationsstunde hatte ich folgendes geplant:

verlauf

In der Vorlaufstunde ging einiges schief. Ich hatte ja schon geahnt, dass wir nicht ins Internet kommen, aber dass wir uns nicht mal auf den Notebooks einloggen können, entzog sich meiner Vorstellungskraft. Aber wir sollen ja auch improviseren lernen.

Die Hospitationsstunde selbst lief gut. Die Schüler haben ihre in der Vorlaufstunde erarbeiteten Ergebnisse präsentiert, anschließend haben wir geschaut, welche Copy-Strategie gut gelungen ist und welche nicht. Zum geplanten Transfer ist es nicht gekommen, ich konnte nur noch einen Ausblick auf den Transfer geben.

Ich hatte eigentlich den Plan, meine Qualitäten als Moderator und Diskussionsleiter herauszustellen. In der Stunde war mein Redeanteil dann bei ca. drei Minuten, weil die Schüler alles selbst übernommen haben. Die Präsentationen waren sehr gut, anschließend gab es Diskussionen, so dass wir den Transfer gar nicht mehr geschafft haben. Das war es mir aber wert, weil die Diskussionen sehr wertvoll waren.

In der Nachbesprechung war dies auch mein Hauptpunkt der Reflexion: Schön, dass mich die Seminarleitung besucht, aber was wollen die bei so tollen Schülern schon bei mir sehen? ;-) Bei weniger Schüleraktivität hätte ich mehr eingegriffen. Ansonsten war alles in Ordnung.

Wir werden ja an der Erreichung von Lernzielen gemessen, da war auch alles erreicht:

lernziele

Das habe ich alles mit den Schülern erreicht. Die Formulierung hat allerdings Nerven gekostet (auch dazu sollte ich mal etwas schreiben).

Kritikpunkte in der Nachbesprechung waren die fehlende Dynamik, die sich aber mit der hohen Schüleraktivität erklären lässt und die Auswertungsphase, die mit anderen Kriterien möglich gewesen wäre. Ja, wäre sie. War aber nicht. Kann ich mit leben. Dass ich nicht durchgekommen bin, wurde nicht kritisiert. Im Gegenteil, es war eine situationsgerechte Änderung meiner Pläne. Ansonsten gab es viele positive Dinge, die mich bestärken, weiterzumachen. Gut war der Satz meines Seminarleiters: “Ich weiß nicht, wie Sie die Schüler auf Ihre Seite ziehen, ich würde gerne Ihr Geheimnis kennen.” Hab ihm dann vom HSV erzählt.

Seltsam war bei mir die Aufregung. Den Tag vor der Hospitation war ich sehr aufgeregt, den Morgen davor auch. Als die Stunde dann begann, war die Aufregung plötzlich weg und ich konnte mich auf den Unterricht konzentrieren. So kann es gern bleiben.

Mund abwischen, auf geht’s.


Wochenplan

Langsam hat sich auch der übliche Wochenablauf herauskristallisiert. Grob zu unterscheiden ist Schul- und Seminarbetrieb.

Es ergibt sich folgender Wochenplan:

Montag: Schule
Dienstag: Schule
Mittwoch: Schule, nachmittags Hauptseminar
Donnerstag: Schule, nachmittags Fachseminar
Freitag: Unterrichtspraktische Übung

Hier ist allerdings eine Menge nicht erfasst, vor allem natürlich die Unterrichtsvor- und nachbereitung. Dazu Korrekturen, Planen, Schüler- und Elterngespräche, Konferenzen etc.

Das Hauptseminar findet im LI statt, die Fachseminare in den Schulen der Fachseminarleiter. Die Fachseminare wechseln wöchentlich. Für WL muss ich an die H3, das ist ein lockerer 15-minütiger Fußmarsch von meiner Schule aus. Mein Fachseminar Deutsch ist an der Fachschule für Sozialpädagogik in Barmbek-Süd. Das ist zwar keine Weltreise, aber auch nicht grade verkehrsgünstig.

Am Freitag finden die Unterrichtspraktischen Übungen (upÜ) statt, auch als Vorführstunden bekannt.


Ach herrje

Mittwoch, 17.12.2008 | Kategorie: Hauptseminar |

Heute hat mich das Hauptseminar zum Sprecher gewählt, zusammen mit einer Kollegin.

Zwei Gedanken dazu:

1. Ob diese Position positiv oder negativ besetzt ist, scheint mir noch unklar. Bisher war nur von “Einladungen und Kennenlernen” die Rede.

2. Liebes Seminar, wisst Ihr was Ihr Euch damit einbrockt? ;-)


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