Unterrichtsplanung: bei mir per Kalender

Mittwoch, 21.10.2009 | Kategorie: Unterricht | Tags: , ,

Jeder plant den Unterricht anders. Bei mir hat sich eine Tabelle durchgesetzt. Einfach nur mit Datum und grobem Inhalt. Die Feinplanung mache ich natürlich anders, mir geht es nur darum einen Überblick über die Themen und die dafür zur Verfügung stehende Zeit zu gewinnen.

Das sieht dann zB so aus:

Lehrprobenplanung

Ich mag das. Besonders wenn es Fixpunkte gibt, in diesem Falle meine Lehrprobe oder Klausuren, habe ich so eine große Hilfe. Dazu erleichtert es auch die Referatsplanung.

Meine Mentoren finden das auch super, da sie so immer wissen, was gerade ansteht. Und wenn sie gefragt werden, was ich so mache, können sie immer antworten.

Unter meinen Referendarskollegen werde ich für meine Tabelle meist schief angeschaut. Da wird mehr aus dem Bauch heraus geplant und es läuft spontaner. Ich brauche meine kleine Rückversicherung und mag es auch, mich schon in den Ferien hinzusetzen und den Plan zu erstellen. Dabei beginne ich immer rückwärts: Welche Fixpunkte gibt es und was muss bis dahin erledigt sein? So ergibt sich ein verlässliches Zeitgerüst. Normalerweise baue ich leere, ungeplante Reserven ein, die fehlen oben, weil das Programm so straff ist. Dazu weiß ich gleich, wann ich Ressourcen buchen muss, zB Beamer, Räume etc. So läufts bei mir.

(Nein, ich wollte nicht subtil auf meine anstehende Lehrprobe hinweisen, nein nein … )


Planung der Lehrprobentermine

Montag, 07.09.2009 | Kategorie: Hauptseminar, Prüfung | Tags: , , ,

Die Lehrproben sind ein Teil der Prüfung zum zweiten Staatsexamen und sind in jedem Fach einmal zu absolvieren. Eine Lehrprobe ist eine typische Vorführstunde.

Wir sind nun von unserem Hauptseminarleiter aufgefordert worden, uns um die Organisation der Lehrprobentermine zu kümmern. Die Ausbildung endet Ende April 2010, die Prüfungsphase beginnt zum Halbjahreswechsel am 01.02.2010, in dieser Prüfungsphase sollen die Lehrproben liegen. Dafür ist eine Menge zu beachten:

  • Wann ist welche Klasse da?
  • Möchte ich mit dieser Klasse eine Lehrprobe machen (das geht nicht bei allen, wir sagen dazu “die Klasse muss lehrprobentauglich sein”, mehr dazu in einem anderen Beitrag)
  • Kann ich mit dieser Klasse ein angemessenes Thema machen?
  • Stehen für die Lehrprobenklasse in dem Zeitraum Termine an (Zwischenprüfung, Klassenreisen, Präsentationen etc.)
  • Liegen die Lehrproben mit ausreichend Abstand zueinander, so dass man sich gut vorbereiten kann?
  • Mit welchen Fach möchte man starten?
  • Zieht man eine Lehrprobe vor die Winterferien (möglich in begründeten Ausnahmefällen)?
  • Welche Planung haben die anderen Referendare an der Schule, damit wir uns auf einen Tag einigen können?
  • Ist der Mentor da? (und nicht auf Klassenreise, Fortbildung etc.)
  • Kann die Schulleitung? (und ist nicht zu Seminaren, Fortbildung, Konferenzen etc.)
  • Hat die Fachseminarleitung des Unterrichtsfachs Zeit? (In der Praxis müssen sie immer können)
  • Was will ich überhaupt?

Mich schockt gar nicht die Menge an zu koordinierenden Vorgaben, sondern dass ich so auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werde.  Zwar dauert das Referendariat noch gute acht Monate, allerdings wird mir gerade bewusst, dass diese acht Monate voller zusätzlicher Arbeit stecken. Nach dem schönen Start in das neue Schuljahr mit tollen Klassen und Kursen werde ich wieder auf den harten Boden der Realität heruntergeholt.


Die Konditionierung funktioniert

Mittwoch, 22.07.2009 | Kategorie: Und so. | Tags: , ,

Meine Aufwachzeiten ohne Wecker an den ersten 6 Ferientagen:

6:40
6:21
6:13
6:36
6:24
6:26

Immer im Dienst.


Kleiner Fehler, große Wirkung

Freitag, 16.01.2009 | Kategorie: Kollegen, Schüler, Unterrichtspraktische Übung | Tags: ,

Die UpÜ heute in WL war großartig. Es war in einer Handelsschulklasse, also mit eher schwachem Schülerklientel. Allein schon der Wille, hier eine upÜ durchzuziehen, ist bemerkenswert.

Es war eine klassische Stunde: Information, Gruppenarbeit, Präsentation, Sicherung, Vertiefung. Aber dann kam alles anders als gedacht.

Die Schüler haben die Gruppenarbeit erfolgreich gemeistert. Eine Gruppe geht nach vorn und soll präsentieren. Nur leider haben sie ihre Metaplankarten auf dem Tisch liegen gelassen. An sich ja kein Problem, aber dann laufen zwei Schüler schnell zurück und bekommen die Karten durcheinander. Dann stehen sie vorne und wissen nicht mehr, wie sie die Karten anpinnen sollen. Es war nach einer Struktur gefragt. Die Referendarin ist hier nicht zur Hilfe geeilt, sondern hat sie machen lassen. Allerdings konnte die Klasse nicht mehr reproduzieren. Die Referendarin hat dann die didaktische Reserve eingesetzt: Die Schüler sollten die zu zeigende Struktur an einem Beispiel verdeutlichen. Und oh Wunder: Es hat wunderbar funktioniert. Auf einmal war alles wieder da. Nur war der komplette Stundenablauf über den Haufen geworfen.

Die Referendarin hat die letzten 15 Minuten komplett improvisiert. Und das hervorragend. Anstatt über ein Problem hinwegzugehen, hat sie genau dieses Problem aufgegriffen und gemeinsam mit den Schülern gelöst. Dabei hat sie auch noch gute Beispiele gebracht und die Zeit beachtet.

Das hätte so manch erfahrener Lehrer nicht hinbekommen.