Ressourcenverbrauch der bisherigen Prüfungsphase

Sonntag, 28.03.2010 | Kategorie: Prüfung | Tags: , , , , , ,

Lehrproben: 2
Bestandene Lehrproben: 2
Fertiggestellte Hausarbeiten: 1
Minuten seit der Fertigstellung: 15
Körperliche Schwächephasen: 3
Stellenangebote ab Sommer: 4


Thementage Lesen #7: Orientierungsfragen stellen

Dienstag, 24.03.2009 | Kategorie: Deutsch, Material | Tags: ,

Orientierungsfragen stellen

Die folgenden vier Orientierungsfragen helfen Ihnen herauszufinden, worum es in einem Sachtext geht:

  • Um welches Thema (um welches Problem/um wen) geht es?
    Was sind die wichtigsten Aussagen zu diesem Thema?
  • Wie kommt der Autor zu diesen Aussagen?
    Wie werden die Aussagen begründet?
  • Welche Schritte lassen sich bei der Behandlung des Themas unterscheiden?
  • Welches Fazit (Schlussfolgerung) zieht der Autor?

Wenn Sie also einen Sachtext lesen, ist es hilfreich, im Text zu markieren, um welche Inhalte es sich jeweils handelt. Dies machen Sie, indem Sie ein

T für Thema
A für Aussagen/Thesen
B für Begründungen
F für Fazit

an den Textrand schreiben. Auf diese Weise können Sie auch gleich feststellen, ob der Autor seinem Text eine überschaubare Struktur gegeben hat.

Diese Methode ist vor allem für argumentative Texte geeignet. Auch Zeitungsartikel können so analysiert werden. Wenn Sie eigene Symbole einfügen, z.B. ein Fragezeichen für unklare Stellen, so können Sie fast alle Texte bearbeiten. Die Methode ist für alle Schwierigkeitsgrade geeignet.

Vorteile:

  • sehr einfache Methode
  • werden die Texte später gelesen, so können Sie sich leicht erinnern ohne den Text nochmals vollständig zu bearbeiten
  • leicht für eigene Vorstellungen abwandelbar
  • für viele Texte anwendbar

Nachteile:

  • nicht alle Symbole sind vorhanden, ein Symbol für Beispiele fehlt
  • die Vergleichbarkeit ist nicht immer gegeben, da Leser den Text unterschiedlich interpretieren

Arbeitsblatt: Orientierungsfragen stellen
(Die Arbeitsblätter lasse ich bewusst so leer, damit eigene Ergänzungen Raum haben)


Thementage Lesen #3: Aufbau von Lesestrategien

Sonntag, 15.03.2009 | Kategorie: Deutsch, Unterricht | Tags: ,

Es läuft doch immer so ab:
Ein Arbeitsblatt wird ausgeteilt mit dem Arbeitsauftrag: “So, lest mal den Text und anschließend sprechen wir darüber.”
Anschließend beteiligen sich die Schüler am Unterrichtsgespräch, die den Text verstanden haben, die anderen Schüler nehmen an der Diskussion nicht teil. Sie haben (wenn wir vom Fachlichen abstrahieren) Möglichkeit, den Text zu verstehen. Ihnen fehlt eine Lesetrategie, um den Text zu verstehen.

Strategien werden im Unterricht genutzt, sie werden von den Lehrern als vorhanden vorausgesetzt. Es findet jedoch kaum ein informierender Strategieunterricht statt. Allerdings macht auch isolierter Strategieunterricht keinen Sinn. Der Erwerb von Lesestrategien und die thematische Aspektierung müssen zusammen erfolgen.

Eine Lesestrategie ist dabei eine feste Abfolge bestimmter Arbeitsformen beim Umgang mit Texten.  Die Texte sollen zielgerichtet, zweckmäßig und selbständig genutzt werden können. Somit kann der Erwerb von Lesestrategien die Lesekompetenz verbessern (auch nach der Definition nach PISA).

Der Leseunterricht hat folgende Ziele:

- eine positive Grundhaltung gegenüber schriftlichen Texten und ihrem Gebrauch
- eine Habitualisierung von Lesestrategien im selbständigen Umgang
- eine metakognitive Grundhaltung, also die Strategien bewusst anwenden und das eigene Handeln überprüfen

Das klingt nach einer harten Aufgabe, wichtig ist jedoch der fächerübergreifende Einsatz der Lesestrategien. Sie dürfen nicht Mittel zum Zweck sein und isoliert vermittelt werden, außerdem muss der Nutzen für die Schüler transparent gemacht werden.

Gute Leser haben individuelle Lesestrategien entwickelt, die sich von formalisierten Strategien unterscheiden. Doch diese formalisierten Strategien müssen als Angebot zur Verfügung stehen, aus denen sich habitualisierte, persönliche Lesestrategien herausbilden.

Grundsätzlich lassen sich unterschiedliche Umgangsweisen mit Texten unterscheiden, hier einige Beispiele:

- markieren von Textteilen
- Fragen zum Text stellen
- Kategorien bilden und Überschriften erstellen
- Texte zusammenfassen
- andere Darstellungsformen finden
- expandieren
- Texte vergleichen
- Schlüsselwörter finden

Lesestragegien greifen auf diese Umgangsweisen zurück und binden sie in ein festes Schema, das dem Leser beim Textverständnis helfen soll.

In den nächsten Teilen stelle ich konkrete Lesestrategien vor und habe hoffentlich auch ein ausdruckbaren Arbeitsblatt für Euch.

Der fachliche Teil dieses Textes basiert größtenteils auf Ulf Abraham: Lese- und Schreibstrategien im themazentrierten Deutschunterricht. In : Ulf Abraham u.a.: Deutschdidaktik nach Pisa. Freiburg im BReisgau 2003, S. 204-219. Das Foto ist von Steve Clatford.


Thementage Lesen #3: PISA

Mittwoch, 11.03.2009 | Kategorie: Deutsch, Unterricht | Tags: ,


Die Lesefähigkeiten wurden in allen bisherigen PISA-Untersuchungen betrachtet. Die erste Untersuchung im Jahr 2000 hatte die Lesefähigkeit im besonderen Fokus.

Was versteht Pisa unter “Lesen”?
“Lesekompetenz ist die Eigentschaft, geschriebene Texte zu verstehen, zu nutzen und sie zu reflektieren mit dem Ziel, das eigene Wissen und Potenzial weiter zu entwickeln und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen” (Pisa Konsortium 2001).
Die drei wesentlichen Ebenen sind also das Finden von Informationen, die textbezogene Interpretation und die Reflektion und Bewertung. Dafür wird der Begriff “Reading Literacy” verwendet.

Hierbei misst PISA die Lesekompetenz in fünf Kompetenzstufen und bezieht sich auf die Ebenen.

Kompetenzstufe eins
Der Schüler kann
- explizite, konkurrenzlose Informationen lokalisieren (Informationen finden)
- ausgestellte und auffällige Hauptgedanken des Autors erkennen (textbezogene Interpretation)
- einfache Verbindungen zwischen Text und Alltagswissen herstellen (Reflektion und Bewertung)

Kompetenzstufe drei
Der Schüler kann
- teilweise konkurrierende Informationen lokalisieren und Beziehungen zwischen diesen erkennen (Informationen finden)
- Hauptgedanken oder Beziehungen erkennen, auch wenn andere Textteile dafür genutzt werden müssen (textbezogene Interpretation)
- Informationen verbinden, diese und die Verbindung bewerten, bestimmte Merkmale des Textes erkennen und bewerten und nicht alltägliche Informationen mit dem Text verknüpfen (Reflektion und Bewertung)

Kompetenzstufe fünf
Der Schüler kann
- auch in neuen Texten tief eingebettete Informationen finden, auch indirekt (Informationen finden)
- einen in Inhalt und Form neuen Text vollständig verstehen (textbezogene Interpretation)
- einen nicht erwartbaren Text kritisch bewerten und mit Spezialwissen verknüpfen (Reflektion und Bewertung)

Beispielaufgaben für die Lesekompetenz gibt es hier: Link

Und wie haben die deutschen Schüler abgeschlossen?
- 10 % erreichen nicht die erste Kompetenzstufe, 13 % nicht die zweite Kompetenzstufe (!)
- Männliche Jugendliche schneiden deutlich schlechter ab als weibliche
- In keinem anderen Industriestaat ist der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Leseleistung so signifikant wie in Deutschland
- Schüler mit Migrationshintergrund schneiden besonders schlecht ab
- Im internationalen Vergleich erreichen die deutschen Schüler unterdurchschnittliche Ergebnisse
- Die deutsche Lehrerschaft hat nur einen Bruchteil der schlecht lesenden Schüler identifizieren können, verfügen also nicht über die notwendigen diagnostischen Kompetenzen

Zusammengefasst: Wir lesen schlecht, sind nicht in der Lage Kinder mit ausländischen Wurzeln zu integrieren, Geschlechtergleichheit herzustellen und Abhilfe zu leisten.

Im nächsten Teil geht es um die Förderung der Lesekompetenz durch Lesestrategien.


Thementage Lesen #2: Leseentwicklung

Montag, 09.03.2009 | Kategorie: Deutsch, Unterricht | Tags: ,

Ein Kind durchläuft sechs Stufen in der Leseentwicklung. Wenn wir diese Stufen kennen, können wir auch bei leseschwachen Schülern erkennen, warum es schlecht liest, also welche Stufe er noch nicht erklommen hat.

1. Erkennen und Recodieren von Symbolen (Schriftzeichen, Buchstaben) – Phonetische Kompetenz.

2. Zuordnung zu Sprachlauten, Synthese zur Lautstruktur und Worterkennung – Phonologische Kompetenz.

3. Entschlüsselung und Auffüllen der Zeichenstruktur (Wörter) mit Bedeutungen – Semantische Kompetenz

4. Automatisierung dieses Entschlüsselungsprozesses – Erwerb einer primären Lesefähigkeit

5. Erschließen von übergeordneten Sprachstrukturen und ganzen Sätzen – Grammatische Kompetenz

6. Textorganisation, Erfassung von Textzusammenhängen

Die Leseentwicklung ist stufenweise zu sehen: Die Schritte bauen aufeinander auf. Idealerweise werden die Schritte 1-4 in der Grundschule vollständig gelernt und 5 + 6 in weiten Zügen. 5 + 6 werden anschließend weiter in der SekI und II vertieft.

Wie lesen Jugendliche? Die wichtigsten Ergebnisse der Leseforschung auf einen Blick:

  • Jungen lesen schlechter, langsamer und anders als Mädchen
  • Jugendliche aus bildungsfernen Familien verfügen über weitaus geringere Lesekompetenz als Jugendliche, in deren Familien Bildung eine wichtige Rolle spielt
  • Es gibt eine literarische Pubertät, die entweder stark motiviert oder demotiviert
  • Die Lesekompetenz nimmt stetig ab
  • Jugendliche mit Migrationshintergrund verfügen mehrheitlich über schlechtere Leseleistungen als Jugendliche mit deutschen Wurzeln

Nicht erwähnt werden habe ich bisher andere wichtige Punkte in der Leseentwicklung, zB Wortschatz und Bedeutungsfelder. Diese findet quasi nebenbei statt und wird nicht explizit geübt.

Im vierten Teil möchte ich mich mit Lesestrategien beschäftigen, also der Entwicklung von Stufe 6 der Leseentwicklung: Die Textorganisation. Vorher geht es mit den PISA-Ergebnissen zum Lesen weiter.

Das Foto ist von Martin Röll.


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