Jeder plant den Unterricht anders. Bei mir hat sich eine Tabelle durchgesetzt. Einfach nur mit Datum und grobem Inhalt. Die Feinplanung mache ich natürlich anders, mir geht es nur darum einen Überblick über die Themen und die dafür zur Verfügung stehende Zeit zu gewinnen.
Das sieht dann zB so aus:

Ich mag das. Besonders wenn es Fixpunkte gibt, in diesem Falle meine Lehrprobe oder Klausuren, habe ich so eine große Hilfe. Dazu erleichtert es auch die Referatsplanung.
Meine Mentoren finden das auch super, da sie so immer wissen, was gerade ansteht. Und wenn sie gefragt werden, was ich so mache, können sie immer antworten.
Unter meinen Referendarskollegen werde ich für meine Tabelle meist schief angeschaut. Da wird mehr aus dem Bauch heraus geplant und es läuft spontaner. Ich brauche meine kleine Rückversicherung und mag es auch, mich schon in den Ferien hinzusetzen und den Plan zu erstellen. Dabei beginne ich immer rückwärts: Welche Fixpunkte gibt es und was muss bis dahin erledigt sein? So ergibt sich ein verlässliches Zeitgerüst. Normalerweise baue ich leere, ungeplante Reserven ein, die fehlen oben, weil das Programm so straff ist. Dazu weiß ich gleich, wann ich Ressourcen buchen muss, zB Beamer, Räume etc. So läufts bei mir.
(Nein, ich wollte nicht subtil auf meine anstehende Lehrprobe hinweisen, nein nein … )
Nun habe ich mir Gedanken zum Aufbau der Stunde gemacht: Wir werden die Unterschiede zwischen Lagerhaltung und Just-In-Time-Lieferung in einem Rollenspiel erarbeiten. Dabei wird es nach momentanem Stand fünf Rollen geben:
- Zulieferfirma
- Controller des Produzenten
- Logistiker des Produzenten
- Umweltaktivist
- Bürgermeister
Die Zulieferfirma kann unterschiedliche Interessen haben, zB die enge Kundenbindung suchen oder auf Subventionen hoffen. Der Controller unserer Firma hat natürlich die Zahlen, sprich Kosten, im Kopf. Unser Logistiker kann über die Vor- und Nachteile der Lagerhaltung und von JIT referieren. Der Umweltaktivist kann beide Verfahren von grüner Seite aus beleuchten und der Bürgermeister repräsentiert die volkswirtschaftliche Seite. Die wird ja gern vernachlässigt.
Nach dem Rollenspiel werden die Gruppen, die die Rollen erarbeitet haben, ihre Argumente an einer Metaplanwand präsentieren. Daran anschließend sehen wir uns aktuelle Nachrichten an und betrachten den momentanen Stand. Da spielt mir die Opel-Übernahme durch den Vorlieferer Magna gut in die Hände, da gerade in der Automobilbranche Lagerhaltung und JIT eine große Rolle spielen.
Nun steht also der grobe Ablaufplan der Stunde. Das war gar nicht so viel Arbeit, die Schwierigkeit liegt in der zündenden Idee. Bei mir war das Rollenspiel entscheidend. Ich habe mich dafür entschieden, weil es die unterschiedlichen Positionen gut verdeutlicht und noch viel wichtiger: Weil es sonst niemand macht. Ich habe in einem Unterrichtsbesuch noch nie ein Rollenspiel gesehen. Es geht gar nicht um die besondere Profilierung, sondern es traut sich einfach keiner aufgrund des hohen Maßes an Offenheit. In der Regel geht man bei Unterrichtsbesuchen eher auf Nummer sicher und wählt keine ergebnisoffenen Methoden. Mir macht gerade das Spaß.
Es geht nun weiter mit dem Verfassen des Entwurfs und der Feinplanung.
Was bisher geschah:
Montag, 07.09.09: Wahl der Klasse, Information an Mentor, Schulleitung, Fachlehrerin
Dienstag, 08.09.09: Abstimmung mit dem Ko-Referendar, wer in welcher Stunde dran ist.
Mittwoch, 09.09.09: Information über Lernstand und rechtlichem Rahmen
Donnerstag, 10.09.09: Abstimmung mit der Fachlehrerin
Freitag, 11.09.09: Phasenplanung der Stunde