Koordination der Lehrprobentermine
Die anstehenden Lehrproben brauchen natürlich eins: Termine.
Es gehen 63 Referendare in die Prüfung, die je zwei Lehrproben absolvieren: Macht 126 Lehrprobentermine. Der offizielle Prüfungszeitraum liegt dabei vom 01.02. bis zum 05.03.2010, also fünf Kalenderwochen. Das reicht natürlich nicht, also können wir “mit Begründung” schon ab Anfang Januar Lehrproben machen. Das macht einen Gewinn von drei Kalenderwochen. Mit “besonderer Begründung” lassen sich die Lehrproben sogar in den Dezember 2009 vorziehen, so dass sich 5 + 3 + 3 = 11 Prüfungswochen ergeben. Da bekommen wir endlich auch alle unter. Eine “Begründung” kann dabei sein, die Lehrprobentermine entzerren zu wollen (das wollen wir ja alle). Eine “besondere Begründung” ist schon schwieriger: Hier muss es terminliche Schwierigkeiten geben, die eine Lehrprobe im regulären oder vorgezogenen Prüfungszeitraum unmöglich machen.
Bei der Planung gibt es mehrere Engpässe in der Schule zu überwinden:
- Wann ist eine lehrprobenfähige Klasse da?
- An welchem Termin ist der Stundenplan am besten zu strapazieren (Eine Lehrprobe bedeutet immer Stress für den Stundenplanmacher. Wir Referendare machen uns durch diverse Sonderregelungen immer unbeliebt.)
- Ist der Mentor da?
- Hat die Schulleitung Zeit?
Das geht aber alles noch. Aussage meines Chefs: “Wir tun alles, um Ihnen bei den Lehrproben zu helfen.” (Und das machen sie wirklich, unsere Schule ist da ganz toll.)
Nun wird es allerdings schwierig. Die Prüfungskommission besteht aus Fachseminarleitung, Hauptseminarleitung, Schulleitung und Prüfungsvorsitzenden (in der Regel ein anderer Schulleiter). Die Engpässe der Prüfungskommission:
- Hauptseminarleitung: Immer im Stress durch Fortbildungen, Seminare, Tagungen und Unterrichtsbesuche
- Fachseminarleitung: Müssen eigentlich immer Zeit haben, aber ab und zu gibt es auch Wünsche
- Schulleitung: Die üblichen Termine, je nach Schule
- Prüfungsvorsitz: Kein Engpass, da der Vorsitz nach Terminverfügbarkeit vergeben wird
Nun beginnt die eigentliche Koordination: Jede Hauptseminarleitung gibt im Prüfungszeitraum Termine vor, in der Regel zwei bis vier Vormittage pro Woche. Jeder Referendar ordnet sich nun mit den beiden Lehrproben je einem Termin und einer Uhrzeit zu und beachtet dabei die Engpässe der Schule. Hier kommt es nun naturgemäß zu Ballungen und Überschneidungen. Anschließend wird jeder einzelne Termin und jede Uhrzeit nach Überschneidungen durchforstet und ausgelotet, wer bei Überschneidungen auf einen anderen Termin ausweichen kann. Hier gibt es zwei Vorrangregelungen: Wer wirklich nicht anders kann, bekommt den Wunschtermin. Ebenso wird bevorzugt, wenn zwei Referendare einer Schule an einem Termin die Lehrproben absolvieren. So hat die Prüfungskommission weniger Reiseaufwand. Dazu kommt, dass eine Fachseminarleitung Prüflinge aus mehreren Hauptseminaren hat und hier auch Überschneidungen auftreten können. Irgendwie rüttelt sich dann alles zurecht.
In der Praxis lief es erstaunlich zivilisiert ab: Alle sind ruhig nach vorn gegangen und haben die Termine ohne Drängelei angehängt. Bei Überschneidungen wurde gemeinsam nach einer für alle tragbaren Lösung gesucht und auch gefunden. Nach einer Stunde waren wir schon durch.
Meine Termine liegen am 04.03.2010, hier konnte ich mich mit meinem Mitreferendar zusammenraufen: Er macht an dem Tag Mathe und ich Deutsch. Der Termin war auch das kleinste Problem. Unsere Wirtschafts-Klassen an der Berufsschule haben ein Blocksystem und sind dementsprechend nur zu unterschiedlichen Zeiträumen da. So kommt es, dass er im Februar und ich schon im Dezember dran bin. Ab Januar kenne ich einfach keine Klasse, so dass ich vorziehen konnte. Soll mich nicht stören.
Nun läuft der Countdown.