Ende in Sicht

Sonntag, 07.02.2010 | Kategorie: Prüfung | Tags: , ,

Eingefallene Gesichter, allgemeine Erschöpfung, Termindruck, Stress in der Schule oder zu Hause.

Aber in drei Monaten sind 8,5 Jahre Ausbildung zu Ende.


Bewährung im Staatsexamen

Sonntag, 31.01.2010 | Kategorie: Prüfung | Tags: ,

Die Bewährung soll das Verhalten der Referendare bewerten und in die Note des Zweiten Staatsexamens einfließen lassen. Es bewerten jeweils die beiden Fachseminarleiter, die Schule und der Hauptseminarleiter. Es gibt einen Katalog mit sieben Bereichen und jeweils zwei bis fünf Kriterien, welche in fünf Abstufungen benotet werden können:

1. Ausbildung im Fachseminar gestalten

  • Die Referendarin/Der Referendar gestaltet ihre/seine Ausbildung zuverlässig und verantwortungsbewusst.
  • Die Referendarin/Der Referendar kennt seine Kompetenzen, reflektiert sie und bringt sie in seine Unterrichts- und Erziehungsarbeit ein.
  • Die Referendarin/Der Referendar bringt seine Kompetenzen, Interessen und Fragen produktiv und verbindlich in die kollegiale Zusammenarbeit ein, u. a. im Fachseminar, bei Kleingruppenhospitation und Hospitationen.
  • Die Referendarin/Der Referendar verfügt über die relevanten fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Kenntnisse und nutzt sie für ihre/seine Praxis.

2. Sich im System Schule verantwortungsbewusst bewegen

  • Die Referendarin/Der Referendar organisiert ihre/seine Ausbildung eigenverantwortlich, kommuniziert ihre/seine Verpflichtungen termingerecht und verbindlich.
  • Die Referendarin/Der Referendar nimmt ihre/seine Aufgaben als Lehrerin/als Lehrer in Kenntnis der Rechtslage wahr.

3. Lehrerrolle ausfüllen

  • Die Referendarin/Der Referendar zeigt eine forschende Grundhaltung und zieht reflektiert Konsequenzen aus ihrer/seiner Praxis.
  • Die Referendarin/Der Referendar zeigt Rollenklarheit in unterschiedlichen beruflichen Handlungsfeldern.

4. Unterrichten

  • Die Referendarin/Der Referendar plant den Unterricht fach- und sachgerecht, indem sie/er die Unterrichtseinheiten auf der Grundlage aktueller Didaktik und Fachwissenschaft sowie des Rahmenplans konzipiert.
  • Die Referendarin/Der Referendar richtet die Lehr- und Lernprozesse an den individuellen Lernvoraussetzungen, Lerninteressen, Lernzielen und Lernbedürfnissen der Schülerinnen und Schüler aus und überprüft diese Prozesse regelmäßig.
  • Die Referendarin/der Referendar wählt der Sache und Lerngruppe angemessene Methoden und Medien aus, moderiert handlungs- sowie zielorientiert und nutzt die Lernzeit effektiv.
  • Die Referendarin/Der Referendar initiiert, begleitet und berät individualisierte und kooperative Lernprozesse.
  • Die Referendarin/Der Referendar nutzt regelmäßig Feedback von Schülerinnen und Schülern und andere Evaluationsverfahren.

5. Erziehen

  • Die Referendarin/Der Referendar stellt eine lernförderliche Atmosphäre her, indem sie/er soziale Beziehungen und Lernprozesse sensibel gestaltet.
  • Die Referendarin/Der Referendar geht angemessen mit Heterogenität um, erkennt Benachteiligungen und ergrei­ft geeignete Maßnahmen zur individuellen Entwicklung und Integration.
  • Die Referendarin/Der Referendar erarbeitet mit den Schüle­rinnen und Schülern Regeln des Umgangs miteinander, achtet auf deren Umsetzung und erzieht die Schüler zu Toleranz und Rücksichtnahme.
  • Die Referendarin/Der Referendar reagiert angemessen und konsequent auf Störungen, Konflikte und Disziplinver­stöße.
  • Die Referendarin/Der Referendar unterstützt Lernende individuell und kooperiert bei Bedarf mit den an der Erziehung Beteiligten.

6. Leistungen der Schülerinnen und Schüler diagnostizieren und bewer­ten

  • Die Referendarin/Der Referendar kennt die rechtlichen Vorgaben für die Bewertung von Leistungen der Schülerinnen und Schüler, setzt sie angemessen um und macht ihre/seine Leistungsbeurteilung transparent.
  • Die Referendarin/Der Referendar erkennt Entwicklungsstände und Lernpotenziale und gibt den Schülerin­nen und Schülern fördernde Rückmel­dungen zu ihren Leistungen.
  • Die Referendarin/Der Referendar beteiligt in angemessener Weise Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung von Kriterien und Maßstäben der Leistungsbeurteilung.
  • Die Referendarin/Der Referendar kennt Formen der Lerndiagnostik und nutzt diese zur Konzeption von Unterricht.

7. Kooperation an der Schule

  • Die Referendarin/Der Referendar informiert sich über das Schulprofil und nimmt interessiert am Schulleben teil.
  • Die Referendarin/Der Referendar kooperiert konstruktiv im Team und stimmt die Auswahl von Inhalten und Methoden fach-, klassen- und jahrgangsbezogen ab.
  • Die Referendarin/Der Referendar setzt in ihrem/seinem Unterricht in Absprache mit Fachkolleginnen bzw. Fachkollegen vereinbarte Maßnahmen um (etwa zur Standardsicherung) und entwickelt in Koopera­tion ange­messene Bewertungsmaßstäbe.

Bei diesen Kriterien wird dann zwischen ++, +, +-, – und — gewertet. Als Normvorgabe gilt dabei sogar schon +. Uns wird zwar immer vorgebetet, dass es nicht einer Notenskala gleichkommt, das ist aber in der Praxis so. Die Normalnote ist also eine 2.

Zu den Bereichen:

1. Ausbildung im Fachseminar gestalten

Hier kommt es auf die Mitarbeit im Seminar an. In der Regel muss eine Sitzung gestaltet oder Handlungsprodukte erstellt werden. Manchmal ist es aber auch die einfache mündliche Mitarbeit oder wie wir in der Schule sagen: Laufende Kursarbeit.

2. Sich im System Schule verantwortungsbewusst bewegen

Wird naturgemäß nur von der Schule bewertet. Unterrichtsorganisation, Absprache mit den Mentoren, Mitarbeit in Arbeitsgruppen. Ich deute dies als richtiges Anfängerverhalten, aber auch mit möglichst wenig Aufwand für Leitung und Mentoren.

3. Lehrerrolle ausfüllen

Besonders die Reflexionsfähigkeit wird hier bewertet: Kann ich aus meinem Unterricht geeignete Rückschlüsse ziehen? Ich frage mich, wie die Seminarleiter dies bei je zwei Unterrichtsbesuchen feststellen wollen.

4. Unterrichten

Gilt als wesentlicher Bereich im Bericht, da es das Hauptgeschäft des Lehrers betrifft. Die Seminarleiter bewerten die Unterrichtsbesuche, wobei der zweite Besuch maßgebend ist. Der erste Besuch ist zur Einfindung, der zweite Besuch muss sitzen und fließt hier ein (Umso mehr ärgere ich mich über meinen verpatzten Besuch in Wirtschaftslehre). Es wird uns zwar immer gesagt, dass die Unterrichtsbesuche lediglich beratenden Charakter haben, aber hier zeigt sich das Gegenteil und: Dass auch viel schöngeredet wird.

5. Erziehen

Geht auch in den vorigen Bereich, wobei ich die Beurteilung anhand je zweier Unterrichtsbesuche wirklich schwierig finde. Die Schüler sind nunmal in den Besuchen aufgeregt und ganz anders als im normalen Unterricht, wie soll da zB die Atmosphäre oder die “Erziehung zu Toleranz und Rücksichtnahme” bewertet werden?

6. Leistungen der Schülerinnen und Schüler diagnostizieren und bewerten

Kann eigentlich auch nur von der Schule bewertet werden, wird aber von den Seminarleitern auch bewertet. Das kann nun wirklich nicht sein. Die Schule hat über die Mentoren einen guten Einblick, aber das wars auch.

7. Kooperation an der Schule

Wird nun auch nur von der Schule bewertet. Die Unterrichtsplanung und die Einfügung ins Schulsystem werden bewertet, zB Vertretungsstunden etc. Macht Sinn.
Die Fachseminarleiter und die Schule senden ihren Bericht nach einer ausführlichen Besprechung mit dem Referendar an die Hauptseminarleitung, welche die Berichte zusammenfasst und zu der Bewährungsnote als Vorschlag kommt. Vor der mündlichen Prüfung befindet dann der Prüfungsausschuss über die Note per Abstimmung. Hier kann es durchaus zu Abweichungen vom Vorschlag kommen, in der Regel zugunsten des Referendars. Dabei orientiert sich die Note meist an der Schule und die anderen Berichte sekundieren. Ist zB der Schulbericht eine 1 und ein Fachseminarbericht ebenfalls eine 1 und die weiteren Berichte eine 2, so wird sich auf eine 1 geeinigt. Natürlich nicht offiziell, das ist alles demokratisch und so.

Die Regelnote ist eine 2. Ausreißer nach unten sind möglich, wobei sich dies in der Regel schon abzeichnet. Nach oben gibts auch ab und zu Abweichungen auf die 1. Die Note geht dann mit 30 % in die Gesamtnote mit ein. Lohnt sich also.

Trotz obiger Kritik zur Bewertungsfähigkeit mancher Kriterien: Ich mag die Bewährung. Sie nimmt den Druck aus den anderen Prüfungen wie zB den Lehrproben, welche auf den Punkt sein müssen. Ist ausgerechnet diese eine Lehrprobenstunde schlecht, so ist die Bewertung zu hart. Die Bewährung wird über einen langen Zeitraum erarbeitet, so dass sie für mich fair zu sein scheint. Ob die Bewerter objektiv sind, ist natürlich eine andere Frage.


Serie: Einzelprüfungen im zweiten Staatsexamen

Donnerstag, 28.01.2010 | Kategorie: Prüfung | Tags: , , , ,

Das zweite Staatsexamen wird in Hamburg in fünf Einzelprüfungen abgenommen:

  • Bewährung in der Ausbildung
  • Lehrprobe im ersten Fach
  • Lehrprobe im zweiten Fach
  • Hausarbeit
  • Mündliche Prüfung

Jede Einzelprüfung hat andere Bewertungskriterien und muss dementsprechend präzise auf diese Kriterien hin vorbereitet werden. Die Gesamtnote setzt sich wie folgt zusammen:

exnote

Für jede Einzelprüfung wird eine einzelne Note vergeben, diese werden nach obigem Schlüssel zusammengerechnet. Die Gesamtnoten ergeben sich wie folgt:

1,00 – 1,49 = sehr gut
1,50 – 2,49 = gut
2,50 – 3,49 = befriedigend
3,50 – 4,49 = ausreichend
ab 4,50 = mangelhaft

Für die jeweils bessere Note muss also mehr als die Hälfte der Prüfungen mit der besseren Note absolviert werden. Ein Rechenbeispiel:

Bewährung: 2
Erste Lehrprobe: 3
Zweite Lehrprobe: 3
Hausarbeit: 2
Mündliche Prüfung: 3

Nach dem Verteilungsschlüssel landet der Prüfling genau auf 2,5, also befriedigend. Das ist natürlich unbefriedigend. Für eine gute Gesamtnote müssen mindestens drei Einzelprüfungen mit der besseren Note absolviert werden, wobei sich auch hier die schlechtere Gesamtnote ergeben kann, zB wenn beide Lehrproben und die Hausarbeit die besseren Prüfungsteile sind. Bei Ausreißern nach unten und oben ist diese Faustformel natürlich nicht mehr gültig.  Einfacher als die Berechnung der Abinote, aber trotzdem durchschaut es nicht jeder. Die Note ist eines der Einstellungskriterien, also legen wir uns in die Riemen.

Das ist der Start einer kleinen Serie über die Einzelprüfungen. In nächster Zeit folgen weitere Teile:

  • Bewährung
  • Lehrproben
  • Hausarbeit
  • Mündliche Prüfung

Eine Lehrprobe habe ich geschafft, die Hausarbeit ist in der Mache und die zweite Lehrprobe steht zumindest gedanklich. Ich bin also ein bisschen im Thema.


Ein bunter Strauß an Prüfungsthemen

Mittwoch, 20.01.2010 | Kategorie: Kollegen, Prüfung | Tags: ,

Momentan laufen bei uns die Lehrproben, also wohl geplante Prüfungsstunden, und natürlich reden wir viel darüber. Das führt häufig zu Dialogen wie:

A: “Was machst Du in Wirtschaft?”
B: “Kaufvertrag. Und bei Dir in Sport?”
A: “Rückenschmerzen. Und was machste in Ernährung?”
B: “Frühstücksbuffet. In Holz?”
A: “Drechseln von Kirschbaum”.

Unser Fächer und damit auch unsere Prüfungsthemen unterscheiden sich bei uns Berufsschulreferendaren stark von den Kollegen der Allgemeinbildung. Meine Top Ten an Prüfungsthemen:

1. Fleckenentfernung
2. Gewindefräsen
3. Ermittlung von Versicherungsbedarf
4. Milch
5. Speisekartenrechtschreibung
6. Basteln aus Resten
7. Scheckwechsel
8. Bilanzanalyse
9. Zahnsteinentfernung
10. Konstruktion eines Bilderrahmens

Alles bunt und breit gefächert. Ich muss  mich selbst immer wieder am Riemen reißen, manche Themen ernst zu nehmen. Aber ich kenne ja die meisten Bildungsgänge dahinter nicht, so ist zB Fleckenentfernung für Hotelkaufleute natürlich wichtig. Mein Thema ist auch dabei und es manche Kollegen schauen auch mich dafür auch schief an.

Besonders spaßig ist es, wenn wir obigen Dialog vor den Kollegen der allgemeinbildenden Schulen abhalten. Viele wissen gar nicht, dass es uns Berufler überhaupt gibt und wundern sich, dass man mit solchen Themen eine Lehrprobe machen kann. Da ist er wieder, der Clash of Cultures. Aber sonst ist alles ok.


Ressourcenverbrauch KW 49 – 52

Dienstag, 05.01.2010 | Kategorie: Prüfung, Ressourcen | Tags: ,

Verschobene Lehrproben: 1
Beerdigungen: 1


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